Der Kanton Waadt beherbergt einen der schönsten Lost Places der Westschweiz, ein direktes Erbe jener Zeit, als Leysin die Welthauptstadt der Tuberkulosekur war. Unsere Karte verzeichnet 77 geolokalisierte Waadtländer Spots, von den Höhensanatorien bis zu den verlassenen Bauernhöfen und Herrenhäusern auf den Höhen über dem Genfersee.
Das Wichtigste in Kürze: Der Kanton Waadt zählt 77 geolokalisierte Lost Places. Dieser Artikel stellt das Sanatorium des Chamois und das Schloss Gréchon vor, zwei wirklich verlassene Stätten in einem Kanton, der sein leerstehendes Erbe seit 2010 massiv umgenutzt hat. Kostenlose GPS-Koordinaten unter jedem Spot.
Dieser Artikel ist Teil unseres grossen Dossiers über die Lost Places der Schweiz. Die Begriffe Lost Places Waadt, Urbex Waadt und Urbex Westschweiz bezeichnen dieselbe Realität. Unter jedem Spot legt eine Schaltfläche Zu meiner Karte hinzufügen die GPS-Koordinaten in Ihrem Profil ab, ganz ohne Kreditkarte.
1. Das Sanatorium des Chamois in Leysin

Foto: Werner Friedli, ETH-Bibliothek Zürich, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.
Das Sanatorium des Chamois ist eine ehemalige Tuberkuloseklinik oberhalb von Leysin, die seit 2002 verlassen ist. Der Arzt Auguste Rollier eröffnete hier 1903 seine erste Klinik für Heliotherapie, die Behandlung der Knochentuberkulose durch Sonnenlicht; im selben Jahr entstand das Gebäude (ursprünglich Hôtel des Chamois). Von 1956 bis 1967 beherbergte es einen Club Med, danach diente es als Jugendherberge. Seit 2002 steht das Gebäude leer; ein 2016 angekündigtes Projekt für ein gehobenes Hotel wurde nie umgesetzt, und Berichte aus den Jahren 2021 bis 2023 beschreiben einen weit fortgeschrittenen Verfall und Einsturzgefahr.
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2. Das Schloss Gréchon in Moudon
Das Schloss Gréchon ist ein dem Verfall überlassenes Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert in Moudon, in der Waadtländer Broye. Zwischen 1762 und 1781 vom Notar und Bannerherrn Sigismond Trolliet erbaut, ist das Gebäude seit 1911 unbewohnt. Als Kulturgut von kantonaler Bedeutung verfällt es zusehends: Wassereintritte, Hausschwamm, Vandalismus, Einstürze von Innenwänden. Ein 2020 eingereichter Antrag auf Unterschutzstellung wurde in Erwartung eines Verkaufs ausgesetzt, der nie zustande kam, und 2024 setzte der Kanton den Eigentümern eine Frist zur Instandhaltung des Gebäudes, bislang ohne Umnutzung oder Verkauf. Anders als die meisten Waadtländer Stätten wurde Gréchon weder umgenutzt noch abgerissen.
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3. Leysin, und warum die Waadt so wenige Lost Places hat
Der Kanton Waadt ist ein Sonderfall: Er hat fast sein gesamtes leerstehendes Erbe umgenutzt, abgerissen oder neu entwickelt. Leysin ist das beste Beispiel: Zwischen 1890 und 1920 zählte der Kurort mehr als fünfzehn grosse Sanatorien (Grand Hôtel 1892, Mont-Blanc 1894, Chamossaire 1901, Belvédère 1906…), erbaut für die Höhenkur gegen die Tuberkulose. Mit den Antibiotika der 1950er-Jahre endete die Sanatoriumsära, doch fast alle dieser Gebäude wurden in Schulen umgewandelt (Leysin American School, Swiss Hotel Management School) oder in Wohnhäuser. Ebenso wurden die Industriebrachen von Yverdon (Leclanché, Paillard) zu lebendigen Quartieren, die Paläste der Riviera (Caux, Territet) zu Wohnresidenzen oder Kliniken. Genau das macht das Sanatorium des Chamois und das Schloss Gréchon, die leer geblieben sind, umso seltener. Für dieselbe Geschichte der Höhenkur auf der Deutschschweizer Seite siehe das Sanatorio del Gottardo im Tessin.
Weitere Lost Places im Kanton Waadt
Über diese beiden Stätten hinaus verzeichnet unsere Karte zahlreiche frei zugängliche Waadtländer Spots auf den Höhen über dem Genfersee und im Bezirk Nyon: verlassene Häuser und schlummernde Herrenhäuser. Die folgenden Spots können direkt zu Ihrer Karte hinzugefügt werden.
Die Lost Places des Kantons Waadt auf einen Blick
| Ort | Typ | Erbaut | Status 2026 |
|---|---|---|---|
| Sanatorium des Chamois | Sanatorium | 1903 | verlassen seit 2002 |
| Schloss Gréchon | Herrenhaus | 1762-1781 | unbewohnt seit 1911 |
Welche Lost Places gibt es im Kanton Waadt?
Die beiden wirklich verlassenen und dokumentierten Orte sind das Sanatorium des Chamois oberhalb von Leysin (leer seit 2002) und das Schloss Gréchon in Moudon (unbewohnt seit 1911). Die meisten anderen Waadtländer Stätten wurden in Schulen, Residenzen oder Wohnungen umgewandelt.
Warum gibt es in der Waadt weniger Lost Places als im Tessin?
Die Waadt hat ihr Erbe seit den 2010er-Jahren massiv saniert: die Sanatorien von Leysin, die Industriebrachen von Yverdon, die Paläste der Riviera wurden umgenutzt. Wirklich verlassene Stätten sind hier daher seltener als in den Tessiner oder Bündner Tälern, die jeweils 791 beziehungsweise mehr als 200 Spots zählen, gegenüber 77 für die Waadt.
Ist Urbex im Kanton Waadt legal?
Von aussen schauen und fotografieren ist erlaubt. Das Betreten fremden Eigentums stellt einen Hausfriedensbruch im Sinne von Artikel 186 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs dar, sobald der Ort eingezäunt oder als privat gekennzeichnet ist. Wir raten davon ab, sich gewaltsam Zutritt zu verschaffen.
Wo finde ich die Koordinaten der Waadtländer Spots?
Unter jedem Spot dieses Artikels befindet sich eine kostenlose Schaltfläche, die die Koordinaten in Ihrem Profil ablegt. Die vollständige Karte des Kantons Waadt verzeichnet die 77 geolokalisierten Stätten.
Fazit
Der Kanton Waadt erzählt vor allem die Geschichte der Höhenkur, mit dem Sanatorium des Chamois in Leysin als Symbol, und jene eines massiv umgenutzten Erbes, von dem das Schloss Gréchon eine der letzten dem Verfall überlassenen Ausnahmen ist. Um das Ganze zu entdecken, sehen Sie sich die Urbex-Karte der Waadt an oder unser nationales Dossier über die Lost Places der Schweiz. Immer mit Respekt: nichts mitnehmen, nichts beschädigen, kein fremdes Eigentum betreten.
